»Gift zu mischen ist ein geringeres Verbrechen, denn schlechte Prosa zu schreiben.«
Oscar Wilde (1854 bis 1900), irischer Lyriker, Dramatiker und Bühnenautor
In der Umgangssprache passiert es häufig, dass sich zwei Wörter oder Wendungen mit ähnlicher Form und Bedeutung vermischen. Solche Wortkreuzungen heißen in der Fachsprache Kontamination, also Verunreinigung; ein amüsanter und doch treffender Begriff, wie ich finde.
Besonders oft höre und lese ich zum Beispiel bei Xing oder in anderen Online-Foren die Satzeinleitung »Meines Wissens nach …«. Tatsächlich gibt es im Deutschen nur die Wendungen »meiner Meinung nach« und »meines Wissens«. Die Mischform »meines Wissens nach« ist ebenso verbreitet wie falsch.
Genauso wenig gibt es im korrekten Deutsch die »Mund-zu-Mund-Propaganda«: Sie ist eine Verschmelzung aus »Mund-zu-Mund-Beatmung« (sprachlich korrekt, inhaltlich nicht so ganz, aber das ist hier nicht das Thema) und »Mundpropaganda«. Ich staune immer wieder, wie oft der falsche Begriff selbst in renommierten Medien vorkommt.
Es gibt aber auch Kontaminationen, die beabsichtigt sind und in den normalen Sprachgebrauch eingehen. Das sind dann meist Einzelwörter, in denen zwei Begriffe zusammengepackt sind und die man deshalb auch Kofferwörter nennt: In diese Kategorie gehören unter anderem »Besserwessi«, »Teuro«, »Brunch«, »Webinar« oder »Denglisch«.
Tja, Fragen über Fragen ...
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Sprachliche Kopplungen zeigen, wie kleine formale Entscheidungen die Lesbarkeit beeinflussen. Die konkreten Beispiele machen das Thema sehr anschaulich.