»Ein Leben ohne Feste ist eine weite Reise ohne Gasthaus.«
Demokrit (um 460 bis 370 v. Chr.), griechischer Philosoph
Dies ist die 100. Ausgabe der »Zwei Minuten für die Sprache«. Was liegt da näher, als sich mal den Begriff des Jubiläums genauer anzuschauen?
Umgangssprachlich reden wir ja gerne mal von einem »X-jährigen Jubiläum«. Sprachpingelig betrachtet ist das falsch, denn es ist ja nicht das Jubiläum selbst, das X Jahre alt ist. Vielmehr sagt das Wort aus, dass etwas seit X Jahren besteht.
Der Rechtschreibduden verzeichnet unter den Beispielen zum Stichwort »Jubiläum« denn auch gar kein soundso altes selbiges, sondern »das Jubiläum des fünfzigjährigen Bestehens, der vierzigjährigen Betriebszugehörigkeit«.
Sprachlich korrekt, aber ganz schön umständlich.
Konsultiert man Band 9 der Duden-Reihe (»Richtiges und gutes Deutsch«), der den tatsächlichen Sprachgebrauch abbildet, findet sich zum »vierzigjährigen Jubiläum« folgende Anmerkung: »Diese Fügung hat sich (…) so sehr eingebürgert, dass sie nicht mehr als falsch anzusehen ist.« Dem stimme ich, auch und vor allem im Sinne klarer und leicht lesbarer Texte, uneingeschränkt zu.
Vielen Dank für Ihr ungebrochenes Interesse an diesem Newsletter, für Fragen, Rückmeldungen und Anregungen, fürs Weiterempfehlen und natürlich für die Idee, daraus ein Buch zu machen. Wer weiß, vielleicht folgen ja sogar noch weitere …
Oh je ... da wundert man sich dann auch nicht mehr, dass Leute zunehmend unsicher sind, was korrekte Schreibweisen angeht.…
Als ich diesen Text gelesen habe, musste ich auch sofort an dieses Beispiel denken. Meine beiden Kinder besuchen eine Erich-Kästner-Schule…
Es bleibt einem ja auch kaum etwas anderes übrig ... ;-)
Das mit dem Schaudern geht mir auch so. Und „Eigenname“ ist ja auch keine Entschuldigung dafür, falsch zu schreiben ...…
Besten Dank dafür. Das brennt mir auch schon länger in den Augen. Kennt ihr auch die Erichs, die Kästner-Schule mit…