»Man kann sich eher an den Galgen lügen als herunter.«
Deutsches Sprichwort
Bei vielen Sprachfragen wissen die meisten Muttersprachler auf Nachfrage durchaus, wie etwas richtig heißen muss. Und doch kommt es nicht nur in der Umgangssprache, sondern auch im geschriebenen Deutsch oft zu Verwechslungen. Das gilt auch für die Begriffspaare »hinauf/herauf«, »hinein/herein« und »hinunter/herunter«.
Sowohl »hin« als auch »her« drücken eine Bewegungsrichtung in Bezug auf den Sprecher bzw. dessen Position aus. Dabei bezeichnet »hin« die Bewegung von dieser Position weg, meist in Kombination mit dem Verb »gehen«: Jemand geht eine Treppe hinunter, zur Tür hinaus, den Berg hinauf.
Mit »her« dagegen ist die Bewegung zum Sprecher bzw. zu dessen Position hin gemeint. Sie steht meist in Kombination mit dem Verb »kommen«: Eine Person kommt die Treppe herunter, zur Tür herein, den Berg herauf.
Bei anderen Kombinationen als mit »gehen«, »kommen« oder sonstigen bewegungsbetonten Verben (etwa »klettern« oder »laufen«) ist die Unterscheidung tatsächlich nicht mehr so strikt: Man kann zum Beispiel ein versalzenes Essen hinunter-, aber auch herunterzwingen. Bei übertragener Bedeutung kommt »hin« dagegen fast gar nicht vor: ein Buch herausgeben, jemanden herabwürdigen, ein heruntergekommenes Haus usw.
Tja, Fragen über Fragen ...
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