»Die Geduld nicht verlieren, auch wenn es unmöglich scheint, das ist Geduld.«
Aus Japan
Heute beantworte ich wieder eine Frage aus dem Kreis der fleißigen Leserinnen und Leser der »Zwei Minuten«: Wenn in einem Satz die Wortfolge »auch wenn« vorkommt, setzt man dann ein Komma dazwischen oder nicht?
Meistens ist »auch wenn« als Ganzes eine Konjunktion, die einen Nebensatz einleitet. Dann gibt es natürlich ein Komma, aber nicht zwischen, sondern vor »auch wenn«.
Wir halten durch, auch wenn wir nicht wissen, wie lange es dauert.
Der Nebensatz kann auch am Anfang stehen, dann ist das Komma, das ihn vom Hauptsatz abtrennt, eben weiter von »auch wenn« entfernt:
Auch wenn es mir schwerfällt, verzichte ich auf den Besuch.
Das ist nicht anders als bei einem Nebensatz, der nur mit »wenn« beginnt. So weit, so klar.
Es gibt aber auch Fälle, in denen ein Komma zwischen »auch« und »wenn« gehört: dann nämlich, wenn auf »auch« eine besondere Betonung liegen soll. Dann ist die grammatische Lage eine andere, denn so gehört »auch« zum Hauptsatz, und der Nebensatz beginnt erst mit dem »wenn«.
Kommaregeln gelten auch, wenn sie einem nicht gefallen.
Wenn Sie wegen der Betonung nicht sicher sind, prüfen Sie, ob Sie ein »dann« ergänzen könnten (… auch dann, wenn …). Wenn das möglich ist, ohne den Sinn der Aussage zu verändern, ist das »auch« betont. Die unbetonte Variante »auch wenn« kommt dagegen einem »obwohl« recht nah.
Oh je ... da wundert man sich dann auch nicht mehr, dass Leute zunehmend unsicher sind, was korrekte Schreibweisen angeht.…
Als ich diesen Text gelesen habe, musste ich auch sofort an dieses Beispiel denken. Meine beiden Kinder besuchen eine Erich-Kästner-Schule…
Es bleibt einem ja auch kaum etwas anderes übrig ... ;-)
Das mit dem Schaudern geht mir auch so. Und „Eigenname“ ist ja auch keine Entschuldigung dafür, falsch zu schreiben ...…
Besten Dank dafür. Das brennt mir auch schon länger in den Augen. Kennt ihr auch die Erichs, die Kästner-Schule mit…