»Das Projekt gibt es seit fünf Jahren und ist eines der wenigen dieser Art.«
Zitat von einer Website (verfremdet)
Zum abwechslungsreichen Formulieren gehört, auch mal mehrere Informationen in einem Satz unterzubringen. Das geht aber manchmal schief, zum Beispiel im Zitat oben. Haben Sie es gemerkt?
Der Satz fasst zwei Aussagen zusammen, um die ersten beiden Wörter nicht doppelt nennen zu müssen:
Aussage 1: Das Projekt gibt es seit fünf Jahren.
Aussage 2: Das Projekt ist eines der wenigen dieser Art.
In beiden Fällen heißt es »Das Projekt«, und doch gibt es einen wichtigen Unterschied: In Aussage 1 steht es im Akkusativ (Wen oder was gibt es?), in Aussage 2 im Nominativ (Wer oder was ist es?). Das fällt hier nicht sofort auf, weil bei sächlichen Hauptwörtern beide Fälle gleich lauten.
Mit einem maskulinen Hauptwort wird es deutlicher: Sagen wir, es geht nicht um ein Projekt, sondern um einen Verein. Aussage 1 hieße dann »Den Verein gibt es …«, Aussage 2 »Der Verein ist …«. Da erschließt sich direkt, dass die Zusammenziehung so nicht möglich ist.
Ein Satzelement kann nur für zwei Aussagen gelten, wenn es grammatisch in beiden Fällen gleich funktioniert. Das lässt sich hier ganz einfach einrichten, indem man in Aussage 1 das Verb auswechselt, sodass »Das Projekt« ebenfalls im Nominativ steht:
Das Projekt existiert seit fünf Jahren und ist eines der wenigen dieser Art.
Oh je ... da wundert man sich dann auch nicht mehr, dass Leute zunehmend unsicher sind, was korrekte Schreibweisen angeht.…
Als ich diesen Text gelesen habe, musste ich auch sofort an dieses Beispiel denken. Meine beiden Kinder besuchen eine Erich-Kästner-Schule…
Es bleibt einem ja auch kaum etwas anderes übrig ... ;-)
Das mit dem Schaudern geht mir auch so. Und „Eigenname“ ist ja auch keine Entschuldigung dafür, falsch zu schreiben ...…
Besten Dank dafür. Das brennt mir auch schon länger in den Augen. Kennt ihr auch die Erichs, die Kästner-Schule mit…