»In Worten steckt wirklich eine große Kraft – wenn man nicht allzu viele aneinanderkettet …«

Josh Billings, amerikanischer Humorist (1818 bis 1885)

Setzt man zwei Wörter zu einem neuen Begriff zusammen, schreibt man diesen entweder in einem Wort oder mit Bindestrich: Aus Tomaten und Salat wird Tomatensalat oder Tomaten-Salat. Hier und da ist an der Verbindungsstelle noch ein Fugen-s oder andere Kosmetik notwendig, aber grundsätzlich ist diese Regel klar.

Schwieriger wird es, wenn eins der Elemente selbst schon mehrteilig ist, für sich allein aber keinen Bindestrich braucht, zum Beispiel Vor- und Nachname einer Person. Dinge, die nach Personen benannt sind, sind regelmäßig falsch geschrieben: »Lieschen Müller-Institut« oder »Hans Meier-Preis« sind aus orthografischer Sicht zwei Personen mit Doppelnamen.

Auch Schulen und Universitäten tragen oft orthografisch falsche Namen, was aus meiner Sicht besonders bedauerlich ist. Bei Zusammensetzungen muss die ganze Konstruktion erkennbar verbunden sein. Das heißt im Fall der Namen, dass auch zwischen dem Vor- und Nachnamen der Person ein Bindestrich steht:

Lieschen-Müller-Institut, Hans-Meier-Preis

Nach Personen benannte Straßen sind dagegen in aller Regel korrekt gekoppelt.

Die gleiche Regel gilt auch für englische Begriffe, die für sich genommen ohne Bindestrich stehen (etwa Venture Capital, Corporate Design), oder auch für Mengen- und Maßangaben. Verbindet man sie mit einem weiteren deutschen Wort zu einem neuen Gesamtbegriff, koppelt man vollständig durch.

Venture-Capital-Unternehmen
Corporate-Design-Leitfaden
500-Gramm-Dose / 500-g-Dose
100-Meter-Lauf / 100-m-Lauf

© Juliane Topka 2026
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