»Hundert männliche und hundert weibliche Eigenschaften machen einen Menschen komplett.«
Aus Tibet
Ein Leser fragte mich kürzlich, ob Substantivformen wie »die Ruderin« oder »die Wanderin« eigentlich korrekt seien. Es heiße doch auch nicht »die Lehrin« oder »die Pfarrin«, sondern »die Lehrerin« und »die Pfarrerin«; warum also nicht »die Rudererin« und »die Wandererin«?
Grundsätzlich leitet sich die weibliche Form einer Personenbezeichnung von der männlichen ab, indem man die Endung -in an das Wort anhängt (Freund/Freundin). Hin und wieder ist noch ein Umlaut nötig (Arzt/Ärztin), und manchmal ist nicht die komplette männliche Form die Basis, sondern nur der Wortstamm (Kunde/Kundin).
Das bloße Anhängen gilt auch, wenn die männliche Form auf -er endet, wie eben beim Lehrer und der Lehrerin. Einen Sonderfall haben wir allerdings, wenn die männliche Form auf -erer endet, zum Beispiel »der Wanderer« oder »der Ruderer«. In diesem Fall ersetzt die weibliche Endung -in das zweite -er.
Das ist schon das ganze Geheimnis. »Wanderin« und »Ruderin« sind also korrekt, auch wenn sie etwas seltsam klingen.
Lieber Herr Fink, ich hatte in der Tat überlegt, zumindest »nahe« auch noch in diesen Newsletter aufzunehmen, das hätte dann…
Liebe Frau Topka, ich umarme Sie! Diese Genitiverei nervt mich seit Jahren. Zu den von Ihnen genannten üblichen Verdächtigen darf…
Sprachliche Kopplungen zeigen, wie kleine formale Entscheidungen die Lesbarkeit beeinflussen. Die konkreten Beispiele machen das Thema sehr anschaulich.
Ist mir ein Vergnügen :-)
Vielen lieben Dank dafür!