»Wenn einer davon lebt, die Dinge ins Lot zu bringen, hat er nichts dagegen, dass sie schief stehen.«
William Hazlitt (1778 bis 1830), englischer Essayist
Manche Formulierungen wollen sich einfach nicht richtig anhören. Das gilt besonders für das große Feld der Kongruenz – nicht ohne Grund hat der Eintrag im gedruckten 9er-Duden* zu diesem Stichwort fast 30 Seiten. Ein Beispiel:
Entweder du oder dein Mann erledigt den Einkauf.
Die Verbform »erledigt« passt zu »dein Mann«, aber es heißt nicht »du erledigt«, sondern »du erledigst«. Also doch eher so?
Entweder du oder dein Mann erledigst den Einkauf.
Wirklich rund klingt beides nicht, oder? Das liegt daran, dass das Subjekt (du oder dein Mann) aus zwei Teilen besteht, die weder tatsächlich noch grammatisch übereinstimmen. Nach einer Verbform, die für beide passt, sucht man da vergebens.
In solchen Fällen richtet sich die Form des Verbs danach, welcher Teil des Subjekts ihm am nächsten steht. Im Beispiel oben steht »dein Mann« näher am Verb, also ist die erste Variante korrekt. Dreht man die Reihenfolge des Subjekts um, ändert sich auch die Verbform (»Entweder dein Mann oder du erledigst den Einkauf.«).
Korrekt hin oder her: Irritiert wären die meisten beim Lesen wohl trotzdem. Deshalb ist es besser, so zu formulieren, dass sich die Frage nach der Verbform gar nicht stellt:
Entweder du erledigst den Einkauf oder dein Mann.
Sprachliche Kopplungen zeigen, wie kleine formale Entscheidungen die Lesbarkeit beeinflussen. Die konkreten Beispiele machen das Thema sehr anschaulich.
Ist mir ein Vergnügen :-)
Vielen lieben Dank dafür!
Sie liegen genauso wenig falsch wie ich. Es geht beides, mir gefällt die kürzere Variante besser. Viele Grüße!
Anstatt "Schwieriger wird es, wenn eins der Elemente ..." würde ich "...wenn eines der Elemente..." schreiben. "Eins" bezieht sich nach…