»Um erfolgreich zu sein, braucht man zweierlei: Unwissenheit und Selbstvertrauen.«
Mark Twain
Erfolg ist was Tolles. Leider wird er sprachlich allzu oft überstrapaziert. Melde ich mich aus irgendeinem Online-Netzwerk ab, steht da zum Beispiel: »Sie haben sich erfolgreich ausgeloggt.« An anderer Stelle lese ich, dass jemand sein Studium erfolgreich abgeschlossen oder eine Aufgabe erfolgreich gelöst hat. Und noch woanders hat ein Unternehmen es erfolgreich geschafft, Umsatzziele zu erreichen.
Was haben all diese Beispiele gemeinsam? Richtig: In allen Formulierungen kann das Wort »erfolgreich« wegfallen, ohne dass sich am Sinn der Aussage irgendetwas verändert:
- Sie haben sich ausgeloggt.
- Er hat sein Studium abgeschlossen.
- Er hat die Aufgabe gelöst.
- Die XY GmbH hat ihre Umsatzziele erreicht.
Wenn man beim Ausloggen nicht erfolgreich war, ist man auch nicht ausgeloggt. Ein Studienabschluss belegt den Erfolg des Studiums (unabhängig von der Note): Wer das Examen nicht besteht, also keinen Erfolg hat, hat sein Studium nicht abgeschlossen. Und erfolglos kann man genauso wenig Aufgaben lösen wie Umsatzziele erreichen.
Wenn Sie solche gedoppelten Aussagen vermeiden, sorgen Sie für mehr Klarheit: Der Text wird kürzer, die Botschaft erschließt sich leichter und kommt ohne Umwege bei Ihrer Zielgruppe an.
Oh je ... da wundert man sich dann auch nicht mehr, dass Leute zunehmend unsicher sind, was korrekte Schreibweisen angeht.…
Als ich diesen Text gelesen habe, musste ich auch sofort an dieses Beispiel denken. Meine beiden Kinder besuchen eine Erich-Kästner-Schule…
Es bleibt einem ja auch kaum etwas anderes übrig ... ;-)
Das mit dem Schaudern geht mir auch so. Und „Eigenname“ ist ja auch keine Entschuldigung dafür, falsch zu schreiben ...…
Besten Dank dafür. Das brennt mir auch schon länger in den Augen. Kennt ihr auch die Erichs, die Kästner-Schule mit…