»Man gewöhnt sich an allem, auch am Dativ.«
Postkartenspruch
An manche Dinge im Leben werde ich mich wahrscheinlich nie gewöhnen: an Laubbläser zum Beispiel. Oder daran, dass man schon im August Lebkuchen in den Supermarktregalen findet. Dass ich aber jeden ersten Freitag im Monat einen Sprachtipp verschicke, das bin ich gewohnt.
Oder doch gewöhnt?
Da sind wir schon mittendrin im Thema: Wann heißt es eigentlich »gewohnt« und wann »gewöhnt«? Beim Reden komme ich da manchmal selbst ins Schleudern, dabei ist es (wie so oft) ganz einfach.
Man kann eine Sache gewohnt sein. Diese Sache steht grammatisch im Akkusativ, man fragt danach also mit „Wen oder was?«.
Ich bin (wen oder was?) das Treppensteigen gewohnt.
Man kann aber auch gewohnt sein, etwas zu tun.
Er ist [es] gewohnt, die Strecke zu Fuß zu gehen.
Gewöhnt ist dagegen richtig, wenn man dem Objekt der Gewöhnung mit der Frage »Woran?« auf die Spur kommt. Die Aussage enthält dann ein »daran« oder »an«:
Er ist daran gewöhnt, die Strecke zu Fuß zu gehen.
Habt ihr euch schon an die Zeitumstellung gewöhnt?
Oh je ... da wundert man sich dann auch nicht mehr, dass Leute zunehmend unsicher sind, was korrekte Schreibweisen angeht.…
Als ich diesen Text gelesen habe, musste ich auch sofort an dieses Beispiel denken. Meine beiden Kinder besuchen eine Erich-Kästner-Schule…
Es bleibt einem ja auch kaum etwas anderes übrig ... ;-)
Das mit dem Schaudern geht mir auch so. Und „Eigenname“ ist ja auch keine Entschuldigung dafür, falsch zu schreiben ...…
Besten Dank dafür. Das brennt mir auch schon länger in den Augen. Kennt ihr auch die Erichs, die Kästner-Schule mit…