»Hundert männliche und hundert weibliche Eigenschaften machen einen Menschen komplett.«
Aus Tibet
Ein Leser fragte mich kürzlich, ob Substantivformen wie »die Ruderin« oder »die Wanderin« eigentlich korrekt seien. Es heiße doch auch nicht »die Lehrin« oder »die Pfarrin«, sondern »die Lehrerin« und »die Pfarrerin«; warum also nicht »die Rudererin« und »die Wandererin«?
Grundsätzlich leitet sich die weibliche Form einer Personenbezeichnung von der männlichen ab, indem man die Endung -in an das Wort anhängt (Freund/Freundin). Hin und wieder ist noch ein Umlaut nötig (Arzt/Ärztin), und manchmal ist nicht die komplette männliche Form die Basis, sondern nur der Wortstamm (Kunde/Kundin).
Das bloße Anhängen gilt auch, wenn die männliche Form auf -er endet, wie eben beim Lehrer und der Lehrerin. Einen Sonderfall haben wir allerdings, wenn die männliche Form auf -erer endet, zum Beispiel »der Wanderer« oder »der Ruderer«. In diesem Fall ersetzt die weibliche Endung -in das zweite -er.
Das ist schon das ganze Geheimnis. »Wanderin« und »Ruderin« sind also korrekt, auch wenn sie etwas seltsam klingen.
Oh je ... da wundert man sich dann auch nicht mehr, dass Leute zunehmend unsicher sind, was korrekte Schreibweisen angeht.…
Als ich diesen Text gelesen habe, musste ich auch sofort an dieses Beispiel denken. Meine beiden Kinder besuchen eine Erich-Kästner-Schule…
Es bleibt einem ja auch kaum etwas anderes übrig ... ;-)
Das mit dem Schaudern geht mir auch so. Und „Eigenname“ ist ja auch keine Entschuldigung dafür, falsch zu schreiben ...…
Besten Dank dafür. Das brennt mir auch schon länger in den Augen. Kennt ihr auch die Erichs, die Kästner-Schule mit…