»Bist du allein, so gedenke deiner Schwächen, bist du in Gesellschaft, so sprich nicht von denen der anderen.«
Aus China
Der November ist der Monat des Gedenkens. Und das ist auch eine Gelegenheit, sich das Verb »gedenken« einmal genauer anzuschauen.
Dass es in der Standardsprache mit dem Genitiv steht, ist den meisten Menschen zwar bekannt; trotzdem liest und hört man sogar in Nachrichtentexten immer häufiger die Variante mit dem Dativ. Da heißt es dann „Sie gedachten den Opfern“, wo es korrekt „Sie gedachten der Opfer“ heißen sollte. Der Duden, der inzwischen eher die Sprachentwicklung dokumentiert, als klare Vorgaben zu machen, vermerkt im »Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle« vorsorglich auch schon mal (Hervorhebung von mir):
»Die Konstruktion mit dem Dativ (Sie gedachten dem Toten) ist standardsprachlich noch nicht anerkannt.«
Noch darf ich also zusammenzucken, wenn »gedenken« mit Dativ gebraucht wird!
Kürzlich fragte mich außerdem jemand, ob »der Gräueltaten gedenken« sprachlich korrekt sei: Kann man einer Sache oder eines Ereignisses gedenken? Oder bezieht sich »gedenken« ausschließlich auf Personen? Letzteres scheint deutlich verbreiteter zu sein, aber man kann durchaus auch etwas (zum Beispiel eines Datums) gedenken. Das wäre also auch geklärt.
Oh je ... da wundert man sich dann auch nicht mehr, dass Leute zunehmend unsicher sind, was korrekte Schreibweisen angeht.…
Als ich diesen Text gelesen habe, musste ich auch sofort an dieses Beispiel denken. Meine beiden Kinder besuchen eine Erich-Kästner-Schule…
Es bleibt einem ja auch kaum etwas anderes übrig ... ;-)
Das mit dem Schaudern geht mir auch so. Und „Eigenname“ ist ja auch keine Entschuldigung dafür, falsch zu schreiben ...…
Besten Dank dafür. Das brennt mir auch schon länger in den Augen. Kennt ihr auch die Erichs, die Kästner-Schule mit…