»Der Wein und die Wahrheit sind nur insofern ähnlich, als man mit beiden anstößt.«
Gottlieb Moritz Saphir (1795 bis 1858), österr. Satiriker, Journalist und Kritiker
Es gibt ja eine ganze Menge Wörter, die in schöner Regelmäßigkeit falsch gebraucht werden. Über viele habe ich schon geschrieben, eins aber fehlt in meiner Sammlung bisher, und das ist mir in den letzten Wochen extrem bewusst geworden: Es geht um »insofern«.
Sagen Sie mal aus dem Bauch heraus, welches Wort Sie nach dem Komma in folgendem Satz einfügen würden:
Der Termin ist insofern ungünstig, ___ er auf einen Feiertag fällt.
Auch viele Sprachprofis scheinen hier eine echte Schwäche zu haben. In den Nachrichten lese und höre ich zum Beispiel laufend Konstruktionen, in denen sich jemand mit »dass«, »weil« oder sogar »als dass« einen abbricht. Alles falsch!
Wenn die Einschränkung durch »insofern« näher erläutert wird, folgt nach dem Komma ein schlichtes »als«:
Der Termin ist insofern ungünstig, als er auf einen Feiertag fällt.
Das Gleiche gilt übrigens für »insoweit«. Jede andere der oben genannten Varianten ist falsch. Eine weitere Möglichkeit gibt es, die allerdings für den heutigen Sprachgebrauch sehr gehoben klingt und die ich deshalb für die Unternehmenskommunikation nicht empfehle. Sie können auf das »als« verzichten, wenn Sie »insofern« hinter das Komma verschieben:
Der Termin ist ungünstig, insofern er auf einen Feiertag fällt.
Oh je ... da wundert man sich dann auch nicht mehr, dass Leute zunehmend unsicher sind, was korrekte Schreibweisen angeht.…
Als ich diesen Text gelesen habe, musste ich auch sofort an dieses Beispiel denken. Meine beiden Kinder besuchen eine Erich-Kästner-Schule…
Es bleibt einem ja auch kaum etwas anderes übrig ... ;-)
Das mit dem Schaudern geht mir auch so. Und „Eigenname“ ist ja auch keine Entschuldigung dafür, falsch zu schreiben ...…
Besten Dank dafür. Das brennt mir auch schon länger in den Augen. Kennt ihr auch die Erichs, die Kästner-Schule mit…